Präsentation mit Unterlagen aus dem Büro Wiegand im Zusammenhang mit der Bauausschusssitzung vom 24.10.2017

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

auch wenn eine große Anzahl von interessierten Mitbürgerinnen und Mitbürgern am 24.10. die öffentliche Bauausschusssitzung besuchten, möchten wir hier noch einmal einer breiten Öffentlichkeit die Gelegenheit zur Einsichtnahme in die dort vorgestellten Unterlagen geben.

Vorab darf ich Ihnen noch einmal einen kurzen Überblick über die bisherigen Zusammenhänge in Stichworten geben:
Die Hangsanierung ist notwendig, weil durch Fachgutachten der Fa. Geo-Consult vom 18.04.2016, veranlasst durch die Wasserbehörde des Main-Kinzig-Kreises vom 10.12.2015, die Instabilität des Hanges mit entsprechenden Massenbewegungen nachgewiesen wurde.

Die Notwendigkeit der Maßnahmen zur Hangsicherung und die Haftung der Gemeinde im Falle des Unterlassens wurde durch den Hessischen Städte und Gemeindebund bestätigt.

Von einem Antasten der Oberflächen des Hanges und des Teichgrundes, als auch des Geländes insgesamt, wird vom Regierungspräsidium Darmstadt, der Abteilung Arbeitsschutz und Umwelt Frankfurt dringend abgeraten, da es sich um eine ehemalige, mit Altlasten versehen „Müllablagerstätte“ der Gemeinde handelt.

Soweit hier die Oberflächen angetastet würden, ist der RP zu beteiligen und die Gefahr besteht, das im Wege weiterer Sanierungsmaßnahmen für die Gemeinde nicht abzusehende Kosten entstünden, welche die Gemeinde in ihrer finanziellen Leistungsfähigkeit auf Jahre hinaus handlungsunfähig machen könnte.

Erläuterungen dazu fanden u.a. in einem Gespräch am 14.07.2016 in den Räumen des RP in Frankfurt am Main statt, welche nochmals in einem Schreiben des RP vom 26.07.2016 bestätigt wurden.

Da für die notwendige Hangsanierung „Massen und damit verbunden Gewichte“ zur Sicherung und Sanierung notwendig sind, ergaben sich zwei mögliche Varianten:

1. Eine Sanierung durch Vorschüttung/Verbauung der gefährdeten Bereiche mit entsprechendem, frostsicheren Material (Steinen).
2. Eine Verfüllung des Dorfteiches mit entsprechendem, zertifizierten Material und Neugestaltung der Oberfläche.

Für beide möglichen Varianten hat der Gemeindevorstand eine Variantenbetrachtung durch das Ing. Büro reuter+ko durchführen lassen, dessen Ergebnis am 08.08.2017 vorgelegt und in öffentlicher Sitzung dem Bauausschuss der Gemeindevertretung Hasselroth am 08.08.2017 präsentiert wurde.

In besagter Bauausschuss-Sitzung wurden noch weitere Fragen für eine Entscheidungsfindung gestellt. Diese bezogen sich:

a) Auf eine Nutzung des Gewässers als Löschteich im Rahmen der Gefahrenabwehr
b) Auf Fragen des Denkmalschutzes, da die Gesamtanlage von Zehntscheune und Dorfweiher etc. zu betrachten ist.
c) Die Fragen nach einer möglichen Bezuschussung der Hangsanierungsmaßnahme

Darüber hinaus hat der Gemeindevorstand selbst Recherchen zu:

d) Faunistischen Besonderheiten des Weihers
e) Möglichen Schadstoffen durch Analyse der gewonnenen Bodenproben aus dem Geo- Consult Gutachten
f) Auf die Frage nach einer finanziellen Beteiligung/Haftung durch die Firma Bien-Zenker, welche die Wohnbauflächen oberhalb des von der Heegstraße gegenüberliegenden Hanges erworben und bebaut hatte

in Auftrag gegeben, bzw. anhand von eigenem Datenmaterial recherchiert.


Die Fragen a) bis e) können mittlerweile allumfänglich beantwortet werden.
Zu Frage f) ist auszuführen, dass die Gemeinde Hasselroth nicht Veräußerer des Baugebietes oberhalb des Dorfweihers war, sondern die Bundesrepublik Deutschland und sich aus den der Gemeinde bekannten, vertraglichen Situationen keine derartigen Verpflichtungen ergeben.


Aus den Recherchen insgesamt ergeben sich keinerlei Hinderungsgründe für eine der beiden Varianten zur Sicherung des Hanges, bzw. wurde mitgeteilt, dass es keine Bezuschussung zu den Sanierungsmaßnahmen durch andere Behörden usw. gibt.


Unter Berücksichtigung der Erhaltung des kulturhistorischen Bezuges und der städtebaulichen Prägung wurde bei einem Behördentermin am 16.10.2017 gemeinsam mit dem Landesamt für Denkmalpflege, der Unteren Wasserbehörde als Initiator der Hanguntersuchung mit dem entsprechenden Ergebnis, dem Bauamt der Gemeinde Hasselroth, dem Ingenieurbüro reuter+ko, dem Bürgermeister und der Ersten Beigeordneten jedoch festgehalten, das der Variante 2 unter möglicher Berücksichtigung des Grundsatzes

„Soviel wie nötig zu Verfüllen um die notwendige Standsicherheit zu erreichen und soviel wie dabei möglich an Wasserfläche als ortsprägendes Bild unter Einbeziehung des kulturhistorischen Hintergrundes zu erhalten.“

der Vorzug zu geben ist.

Variante 1 (Vorschüttung) hätte überdies bedeutet, dass die mit Steinen „bewehrte Oberfläche“ nicht gestaltet und begrünt, sondern lediglich eingezäunt und nicht betreten werden darf. Überdies wäre diese Fläche intensiv zu pflegen um jedweden Bewuchs zu verhindern, was nur in Handarbeit erfolgen könnte.
Selbstverständlich ist auch eine entsprechend gestaltete Oberfläche bei Verfüllung zu pflegen.


Grundlage des Gespräches war auch die dem Bauausschuss vorliegende Betrachtung und Skizze des Ingenieurbüros Wiegand vom 12.10.2017.


Für beide Maßnahmen wurden nunmehr auch trennschärfere Kostenermittlungen der unmittelbaren Kosten ermittelt, welche in der Bauausschuss-Sitzung am 24.10.2017 bekannt erläutert wurden.

Sie ergeben folgendes, vorläufiges Bild:

Variante 1 (Vorschüttung von Steinen)
Herstellung: 212.637,32 Euro / incl. Zaun
Pflegemaßnahmen jährlich: 4.923,00 Euro


Variante 2 (Verfüllung und Gestaltung der Oberfläche)
Herstellung: 166.104,98 Euro / incl. Gestaltung der Oberflächen, Einbauten wie „Denkmal“ und Wasserläufen etc.
Pflegemassnahmen jährlich: 2.681,25 Euro


Somit liegen alle Fakten auf dem Tisch um eine nachhaltige Lösung anzustreben und Schaden von der Gemeinde und den handelnden Personen abzuwenden.

Bei der vorgestellten Variante 2 ist auch das Bestreben von Teilen der Bevölkerung gewahrt, das ortsprägende Bild der Anlage nicht aufzugeben und überdies der Bevölkerung eine öffentlich zugängliche Anlage bei Wahrung des kulturhistorischen Erbes zu erhalten.

Die Oberflächengestaltung, die in den beigefügten Skizzen gut erkenn- und vorstellbar wird, bedingt überdies noch eine weitaus größere Artenvielfalt als bislang und den Umstand, dass die Anlage selbst in weiten Teilen öffentlich zugänglich wird, was bisher nicht der Fall gewesen ist.

Diese Variante wurde auch ausdrücklich von den beteiligten Behörden geteilt und der Bauausschuss hat mit Mehrheit empfohlen dem Gemeindevorstand den Auftrag für eine entsprechende Beschlussvorlage zu erteilen.


Machen Sie sich selbst ein Bild von dieser Empfehlung, in dem Sie die angefügten Skizzen anschauen und für sich selbst auch noch einmal Vorschüttung mit Verfüllung und Oberflächengestaltung bewerten.

Der Umstand der Notwendigkeit einer Hangsanierung selbst ist nicht weg zu diskutieren.


Für den Gemeindevorstand
gez. Scharf, Bürgermeister