Navigation überspringen
Fotovorschau und Logo ausblenden
Q-Navigator
Quick-Navigator:
Suche:

Preiswerte Wohnungen an der Dreispitz - Spatenstich für gefördertes Projekt der Gemeinde Hasselroth: Bauende für Oktober geplant



Spatenstich in Neuenhaßlau am 18.4.17 - Foto M. Lohbusch (GNZ)

Hasselroth-Neuenhaßlau (ml). Die Bauarbeiten für den sozialen Wohnungsbau an der Neuenhaßlauer Dreispitz sind gestern Mittag mit einem großen Spatenstich offiziell eingeläutet worden. An der Kirchgasse in der Nähe des Festplatzes wird die Gemeinde Hasselroth innerhalb von circa acht Monaten vier preiswerte Wohneinheiten mit jeweils rund 56 Quadratmetern Fläche in Massivbauweise errichten. Für den Neubau sind Gesamtkosten von 420 000 Euro angesetzt.
Das Land Hessen fördert das Vorhaben über das Kommunale Investitionsprogramm (KIP) Wohnen mit 308 000 Euro, der Kreis gibt einen Zuschuss von 70 000 Euro. Landrat Erich Pipa teilte mit, dass das betreffende Förderprogramm für den urbanen Raum des Main-Kinzig-Kreises von 7,7 auf 12 Millionen Euro aufgestockt werde.

Bürgermeister Uwe Scharf freute sich beim Spatenstich mit vielen Ehrengästen darüber, dass die Gemeinde Hasselroth nach längerer Pause wieder bedürftigen Bürgern aus eigener Hand kostengünstigen Wohnraum in der Kommune zur Verfügung stellen kann. Die Mietpreise werden bei unter 6 Euro pro Quadratmeter liegen. Scharf bedankte sich bei diesem Projekt für die Unterstützung des Landes Hessen und des Main-Kinzig-Kreises. Zwischenzeitlich sei auch der Bewilligungsbescheid für das Darlehen der Wirtschafts- und Infrastruktur-Bank Hessen eingetroffen, nachdem der Kreis bereits vor Weihnachten seinen Förderbescheid übergeben hatte (die GNZberichtete).

Waren die Planungen der Gemeinde Hasselroth für das nachhaltige Bauvorhaben vor eineinhalb Jahren wegen fehlender Unterkünfte für Flüchtlinge vorangetrieben worden, so hat Bürgermeister Scharf nunmehr eher Singles und kleine Familien im Blick, die vor Ort händeringend erschwingliche Wohnungen suchen. Er hofft deshalb auf einen zügigen Verlauf der Arbeiten der Firma Kreppenhofer aus Wächtersbach. Bereits im Oktober soll das Gebäude schlüsselfertig übergeben werden, der Rohbau soll bereits in einigen Wochen stehen. Der Rathauschef hob bei dieser Gelegenheit auch die parteiübergreifende Zusammenarbeit in den Gremien der Gemeinde hervor.

Landrat Erich Pipa bedankte sich bei der Gemeinde Hasselroth, die eine Vorreiterrolle innerhalb des Förderprogramms des Kreises für sozialen Wohnungsbau übernommen hat - es ist der erste Baustart unter allen bislang angemeldeten Projekten. "Junge Ehepaare, die gerade ins Berufsleben einsteigen, können sich keine 19 Euro pro Quadratmeter leisten", verdeutlichte Pipa die Wohnungssituation in Maintal, Hanau und im Umland der Städte. Allgemein fehlten laut einer Studie bis zum Jahr 2022 im Westkreis - bis Gelnhausen - 15 000 Wohnungen. Dass die Kommunen sich in der Vergangenheit aus der Wohnungsbauförderung zurückgezogen hätten, sei deshalb ein Fehler gewesen.

Außer in Hasselroth würden laut Pipa unter anderem folgende Vorhaben für sozialen Wohnungsbau mit 7,7 Millionen Euro gefördert: vier Wohneinheiten in Wächtersbach, 18 Wohneinheiten in Maintal, 70 Wohneinheiten in einem Neubaugebiet in Gelnhausen, 90 Wohneinheiten in Erlensee - insbesondere auch für alleinstehende Senioren - sowie 24 Wohneinheiten in Rodenbach. Da das Zuschussprogramm für etwa 400 Wohneinheiten mittlerweile ausgeschöpft ist, wird der Kreis es auf 12 Millionen Euro für dann 600 bis 650 geförderte Wohneinheiten aufstocken. Pipa appellierte an private Investoren sowie weitere Städte und Gemeinden, dem Vorbild von Hasselroth zu folgen.
Vertreter aus dem Odenwaldkreis hatten sich jüngst über das angelaufene Förderprogramm erkundigt.

Ralf Kreppenhofer aus der Geschäftsleitung der Firma Kreppenhofer freute sich nach längerem Ringen über Größe, Form und Ausstattung des einstöckigen Gebäudes über den Beginn der Arbeiten. Bereits vor Ostern waren der Kran aufgestellt und die Baugrube ausgehoben worden. Jede Wohnung, die für kleinere Familien mit einem Kind ausgerichtet ist, besteht aus zwei Schlafzimmern, Bad und einer Wohnküche. In einem separaten Technikraum sind Waschmaschinen und Trockner ausgelagert.

Die Zugänge zu den beiden Wohneinheiten im Obergeschoss erfolgen aus Kostengründen jeweils über eine Außentreppe. Zwei weitere Wohnungen könnten auf dem Gemeindegrundstück noch angebaut werden, konkrete Pläne dafür bestehen aber derzeit nicht. Mit Solarthermieanlagen auf dem Pultdach (zur Warmwassergewinnung), Gasheizung und erfüllten Wärmeschutzbedingungen ist eine nachhaltige Nutzung des Wohnhauses angestrebt. Maximal 24 Flüchtlinge könnten dort einziehen, nach jetzigem Stand ist jedoch zunächst gar keine Unterbringung vorgesehen. Dies kann sich allerdings angesichts der weltweiten Krisen bis zum Jahresende ändern.

Presseartikel der GNZ vom 19.04.17 - Danke für Text und Fotos an Herr M. Lohbusch





Gemeinde Hasselroth
Bodo-Käppel-Platz 1 | 63594 Hasselroth | Tel.: 06055 88060 | rathaus@hasselroth.de