Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
ein turbulentes Jahr liegt hinter uns. Ein Jahr, in dem die Prognosen für die Zukunft oft schneller wechselten, als die Druckerschwärze trocknen konnte, mit der diese Prognosen gedruckt wurden.
Ein Jahr, in dem aber ebenso immer wieder die Sonne jeden Tag aufging, wie zuvor und heute.
Paradigmenwechsel – das ist mein Stichwort für das neue Jahr. Paradigmenwechsel bedeutet die Rückkehr zum Wesentlichen, die Rückkehr zu einer neuen Bescheidenheit in unserer so komplizierten, vielschichtigen, sich an äußeren Werten festhaltenden Alltags- und Arbeitswelt.
Ich habe zunehmend den Eindruck, als ginge unserer modernen Gesellschaft der Kompass für Wesentliches immer mehr verloren, weil wir Bewertungen allzu oft an Äußerlichkeiten, an Quantitäten, festmachen. Wir haben zunehmend verlernt, nach den Dingen hinter den Dingen zu schauen und zu fragen.
Deshalb bin ich froh, von Ihnen so viele positive Rückmeldungen zu unseren gemeindlichen Kostenblättern erhalten und darüber hinaus, erneut so viele Beispiele gelungenen, bürgerschaftlichen Engagements erlebt zu haben.
So haben wir in 2011 viele Dinge weiter voran und auf den Weg gebracht. Von der Kinderbetreuung, die sich in Qualität und Leistung sehen lassen kann, über einen Feuerwehrgerätehausanbau bis zu weiteren Anstrengungen in der Dorferneuerung, dem bürgerschaftlichen Engagement für Benachteiligte und den vielfältigen Aufgaben, die Vereine, aber auch viele Einzelpersonen für unser Allgemeinwohl wahrnehmen.
Und trotz schwieriger Finanzlage haben wir in Projekte investiert, die helfen unsere Hasselrother Infrastruktur zu erhalten.
Durch eine Reise mit dem Malteser-Hilfstransport nach Rumänien im Rahmen meines Urlaubes, hatte ich erneut Gelegenheit zu sehen, mit welcher Phantasie und welchem Mut dort unter schwierigsten Verhältnissen auch an der Zukunft gearbeitet wird und wie Menschen aus Hasselroth und Umgebung dies mit Ihrer Hilfe unterstützen.
In der Welt haben wir bereits im vergangenen Jahr erlebt, wie ein Nachdenken über Haltungen, die als ganz selbstverständlich galten, einsetzte und daraus nachhaltige Veränderungen erwuchsen. Innerhalb eines Jahres hat sich die energiepolitische Sichtweise durch die Katastrophe in Japan verändert und zu einem völlig neuen, in der Breite getragenen Energiebewusstsein geführt.
Wir haben auch erlebt, dass die internationalen Finanzmärkte immer zerbrechlicher werden und der Euro „kränkelt“.
Und wenn wir uns in unseren kreisweiten Kommunen umsehen, dann müssen wir feststellen, dass auch hier im Rahmen der Haushaltsdiskussionen insgesamt neue und auch andere Betrachtungsweisen erforderlich werden und bloße Reflexe auf eine allgemein schlimme Gesamtsituation da wenig hilfreich in die Zukunft wirken.
Ich glaube, es täte uns allen gut, unsere Blickrichtung zu ändern und unsere kommunalen Aufgaben und Projekte aus neuer Perspektive anzugehen und zu bewerten.
Ich wünsche uns für und in Hasselroth etwas von diesen neuen Blickwinkeln. Blickwinkel, die in gemeinsame Anstrengungen münden und aufzeigen, dass wir zusammen und gemeinsam vieles bewirken können, aber auch bereit sein müssen, selbstkritisch in die Zukunft zu sehen.
Ihnen allen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wünsche ich privates und berufliches Gelingen sowie Gesundheit, Freunde, die mit Ihnen gemeinsame Wege gehen und jeden Tag gute Ideen.
Ihr Bürgermeister
Uwe Hermann Scharf