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Gemeinde Hasselroth
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Rede von Herrn Bürgermeister Pfeifer zum Volkstrauertag 2019



Sehr geehrte Frau Pfarrerin von Haugwitz,
liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
meine sehr geehrten Damen und Herren!


"Unsere Toten mahnen -
Und darauf kommt es an!"

Diese Worte sprach der Hamburger Pastor Jähnisch 1926 - also vor 93 Jahren - auf der zentralen Gedenkfeier zum Volkstrauertag auf dem Ohlsdorfer Friedhof.

Unsere Toten mahnen uns Jahr für Jahr und immer wieder, dass Kriege kein Mittel zur Lösung von Konflikten zwischen Staaten / Nationen oder Diktaturen sind.

Unsere Toten sind auch heute, über 100 Jahre nach dem ersten Weltkrieg und über 74 Jahre nach dem zweiten Weltkrieg präsent.

Präsent sind unsere Toten in den Fotoalben unserer Familien.

Präsent sind unsere Toten in den Erzählungen und Geschichten derer, die den bisher furchtbarsten aller Kriege, die Menschheitstragödie schlechthin, den 2. Weltkrieg, erlebt haben.

Präsent sind unsere Toten hier mit ihren Namen an unserem Ehrenmal.

Präsent sind unsere Toten in unseren wiederholten und mahnenden Appellen zur Friedensbereitschaft, in unseren Aufrufen für eine friedliche Welt!

Genau darauf kommt es auch in der jetzigen Zeit an!

Immer und immer wieder müssen wir mahnen und gedenken, gerade in der heutigen Zeit, in der die Generation der 12- bis 25-jährigen, die sogenannte Generation Z, von Zukunftsängsten spricht und Angst vor Terroranschlägen hat.

Wehret den Anfängen!

Die jüngsten Terroranschläge auch in unserem Land und die aktuellen Kriege in der Welt, die zu Flucht und Vertreibung geführt haben und auch weiter führen werden, mahnen uns.

Sie mahnen uns immer und immer wieder klar zu sagen, dass KRIEG kein Mittel der Konfliktlösung ist.

Mit den Worten von Berthold Brecht gesagt:
"Lasst uns das tausendmal Gesagte immer wieder sagen, damit es nicht einmal zu wenig gesagt wurde!
Lasst uns die Warnungen erneuern, und wenn sie schon wie Asche in unserem Mund sind!
Denn der Menschheit drohen Kriege, gegen welche die vergangenen wie armselige Versuche sind.
Und sie werden kommen ohne jeden Zweifel, wenn denen, die sie in aller Öffentlichkeit vorbereiten, nicht die Hände zerschlagen werden."

Die Kriege im heutigen digitalen Zeitalter sind andere Kriege als die großen schrecklichen Kriege des 20. Jahrhunderts, aber nicht minder menschenverachtend und menschenvernichtend.

Kriege um knappe Energien
Religiös motivierter Radikalismus und Terrorismus
International organisierte Kriminalität und Piraterie
Regionale Kriege
Zerstörung der Umwelt, der Lebensgrundlagen der Menschen
Cyberkriege
Kriege gegen kritische Infrastrukturen

Auch in diesen "modernen Kriegen" gibt es viele Tote und wird es noch viele geben, die uns mahnen!

Und darauf kommt es an!

Ich schließe mit den Worten des Totengedenkens unseres ehemaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss (1952), die Bundespräsident Joachim Gauck anlässlich des Volkstrauertages 2016 in einer veränderten Fassung gesprochen hat.
(Quelle: Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. (Hrsg.): Frieden, Vertrauen und Versöhnung. Reden zum Volkstrauertag 2016. Kassel 2017, ISBN 978-3-9817711-4-5. S. 39-40.

"Wir denken heute an die Opfer von Gewalt und Krieg, an Kinder, Frauen und Männer aller Völker. Wir gedenken der Soldaten, die in den Weltkriegen starben, der Menschen, die durch Kriegshandlungen oder danach in Gefangenschaft, als Vertriebene und Flüchtlinge ihr Leben verloren. Wir gedenken derer, die verfolgt und getötet wurden, weil sie einem anderen Volk angehörten, einer anderen Rasse zugerechnet wurden, Teil einer Minderheit waren oder deren Leben wegen einer Krankheit oder Behinderung als lebensunwert bezeichnet wurde.
Wir gedenken derer, die ums Leben kamen, weil sie Widerstand gegen Gewaltherrschaft geleistet haben, und derer, die den Tod fanden, weil sie an ihrer Überzeugung oder an ihrem Glauben festhielten.
Wir trauern um die Opfer der Kriege und Bürgerkriege unserer Tage, um die Opfer von Terrorismus und politischer Verfolgung, um die Bundeswehrsoldaten und anderen Einsatzkräfte, die im Auslandseinsatz ihr Leben verloren.
Wir gedenken heute auch derer, die bei uns durch Hass und Gewalt gegen Fremde und Schwache Opfer geworden sind.
Wir trauern mit allen, die Leid tragen um die Toten, und teilen ihren Schmerz.
Aber unser Leben steht im Zeichen der Hoffnung auf Versöhnung unter den Menschen und Völkern, und unsere Verantwortung gilt dem Frieden unter den Menschen zu Hause und in der ganzen Welt."








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